KlotzbeuteSeit gut einem Jahr leben auf dem Abshof Bienenvölker in einer Klotzbeute, einem Rutenstülper und verschiedenen Körben. Ihren ersten Winter haben sie gut überstanden. Es ist immer eine besondere Freude, diesen Völkern zuzusehen. Dass eine Honigernte hier gar nicht in Frage kommt, macht die Sache nur umso entspannter. Wir können uns fast ganz auf die Fluglochbeobachtung beschränken.

Fast ganz. Die Varroa-Milbe schläft nicht, und nun ist es an der Zeit, Klotz und Körbe zu öffnen. Die Klotzbeute habe ich seit einem Jahr nicht mehr angerührt, die Körbe nur selten gewendet. Benötigt werden: Schleier und Imkerjacke, zuverlässig rauchender Smoker, Korbmesser, Stockmeißel, Besen, für die Klotzbeute ferner feuchter Lehm. Hier wird zunächst die Verschnürung gelöst und dann der untere Verschlusskeil langsam und vorsichtig entfernt. Das ist nicht ganz leicht, weil er ziemlich fest klemmt und der obere Keil möglichst nicht bewegt werden soll, geht aber dann doch gut.

Klotzbeute geöffnetKlotzbeuteEs zeigt sich, dass die Bienen die Waben inzwischen auf etwa 80 cm heruntergebaut haben. Alle Waben sind dicht mit Bienen besetzt. Quer zu den übrigen Waben hängt vor dem Verschlusskeil eine Deckwabe. Zu erkennen ist auf dem linken Bild auch der Boden der Höhle, den ich mit Totholzstücken ausgelegt habe, um den Raum möglichst trocken zu halten. Das funktioniert offenbar.

Nun muss der untere Keil wieder eingesetzt werden. Er neigt dazu, sich zu verklemmen, und schließt keineswegs dicht. Deshalb wird er ringsum mit Lehm abgedichtet. Auf Dauer haltbar ist diese Abdichtung nicht. Aber was hält schon ewig? Den Bienen scheint es jedenfalls in unserer Klotzbeute sehr gut zu gehen.

Buntgraskorb Strohkorb Uddeler KorbAuch den Korbvölkern geht es offenbar sehr gut. Die Waben sind bis auf das Bodenbrett heruntergebaut und können jetzt mit dem Korbmesser eingekürzt werden. Die Bienen lassen alles in Ruhe über sich ergehen.

 

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Bienenmarkt VeenendaalAm 18. Juli waren wir auf dem traditionellen Bienenmarkt in Veenendaal – dem größten seiner Art in den Niederlanden, und wohl auch in Mitteleuropa. Anders als mancher andere „Bienenmarkt“ ist er tatsächlich ein Marktplatz der Imker. Kästen, Werkzeug und sonstiges Material der professionellen Fachhändler sind hier ebenso zu haben wie selbstgefertigte Strohkörbe. Der größte Anziehungspunkt ist natürlich die Verkaufsfläche für Bienenvölker in Kästen und Körben.

Der Bienenmarkt von Veenendaal hat eine lange Geschichte. Hier wurden früher die Bienenvölker umgeschlagen, die in den Obstbaugebieten der Betuwe für die Bestäubung sorgten und nach der Obstblüte in die Heidegebiete der Veluwe gebracht wurden. Das ist zwar längst vorbei, und die Zahl der zum Verkauf gestellten Bienenvölker ist in den letzten Jahren mehr und mehr zurückgegangen, aber an der besonderen Tradition dieses Marktes wird doch immer noch festgehalten.

Alle Bienenvölker wurden von den Preisrichtern genauestens inspiziert, bevor zur Prämierung der besten Kästen und Körbe geschritten wurde. Zur Prüfung gehörte auch ein Charaktertest: Die Bienen sollten die Juroren möglichst nicht ins Gesicht stechen, wenn das Tuch vom Korb genommen wurde …

Bienenmarkt Veenendaal

Es war sehr schön in Veenendaal. Einen Begriff von der früheren Bedeutung des Bienenmarktes vermitteln alte Filmaufnahmen wie diese, die den Bienenmarkt des Jahres 1925 zeigt:

Nr. 11 (Beute: Klotzbeute, Standort: Abshof)
Im April 2016 einlogierter Vorschwarm. Am 10. Juni ging ein Schwarm ab, der aber wieder in die Klotzbeute zurückzog. Wirkt stark und vital.

Nr. 12 (Beute: Rutenstülper, Standort: Abshof)
Im Mai 2016 einlogierter Nachschwarm. In diesem Frühjahr gab dieses Volk mehrere Schwärme ab; leider wollte der am 12. April gefallene Vorschwarm nicht im neuen Kasten bleiben und ist dann der Nässe und Kälte zum Opfer gefallen. Nach Abgang der Schwärme zeigte sich im Rutenstülper bei relativ kühler Witterung Kalkbrut.

Nr. 121 (Alpentrogbeute, Standort: Abshof)
Am 24. April 2017 als Nachschwarm aus Volk Nr. 12 abgegangen, am 25. April in Alpentrogbeute eingelaufen. Stark und vital.

Nr. 122 (Beute: Gerstung hoch, Standort: Abshof)
Am 30. April 2017 als Nachschwarm aus Volk Nr. 12 abgegangen, am1. Mai in Gerstungbeute eingelaufen. Stark und vital.

Nr. 123 (Alpentrogbeute, Standort: Abshof)
Am 3. Mai 2017 als Nachschwarm aus Volk Nr. 12 abgegangen und in Alpentrogbeute eingelaufen. Sehr stark und vital.

Nr. 13 (Beute: Uddeler Korb, Standort: Abshof)
Im Mai 2016 einlogierter Nachschwarm. Gab in diesem Frühjahr mehrere Schwärme ab. Stark und vital.

Nr. 131 (Buntgraskorb, Standort: Abshof)
Am 30. April 2017 als Vorschwarm aus Volk Nr. 13 abgegangen, am 1. Mai in Buntgraskorb eingelaufen. Stark und vital.

Nr. 132 (Alpentrogbeute, Standort: Abshof)
Am 7. Mai 2017 als Nachschwarm aus Volk Nr. 13 abgegangen, am 8. Mai in Alpentrogbeute eingelaufen. Sehr stark und vital.

Nr. 14 (Beute: Strohkorb, Standort: Abshof)
Im Mai 2016 einlogierter Nachschwarm. Stark und vital.

Nr. 141 (Beute: Gerstung hoch, Standort: Abshof)
Am 12. Mai 2017 als Vorschwarm aus Volk Nr. 14 abgegangen, in Gerstungbeute eingelaufen. Vital.

Nr. 15 (Beute: Gerstung hoch, Standort: Abshof)
Im Juli 2016 einlogierter Schwarm. Im Spätwinter verhungert.

Nr. 2 (Beute: Deutsch Normal, Standort: Golfplatz Hubbelrath)
Stark und vital, teilweise Wirrbau.

Nr. 21 (Beute: Deutsch Normal, Standort: Abshof)
Ende März 2017 als Ableger aus Volk Nr. 2 gebildet. Erscheint vital.

Nr. 3 (Beute: Zander, Standort: Golfplatz Hubbelrath)
Im Frühjahr 2016 als Schwarm eingezogen. Vital, teilweise Wirrbau.

Nr. 62 (Beute: Layens, Standort: Abshof)
Sehr stark und vital, offenbar nicht geschwärmt.

Nr. 63 (Beute: Voirnot, Standort: Stadt)
Im Winter offenbar weisellos geworden, im März erloschen.

PresshonigThe deed is done! Auf dem Bienentag haben wir zum ersten Mal Honig mit der alten Stader Honigpresse geerntet und in Gläser abgefüllt. Es war einfach schön. Schön auch, mit welcher Faszination und Ausdauer Kinder wie Erwachsene um die Honigpresse herum saßen und beobachteten, wie der wunderbar aromatisch duftende Honig in einem beständigen, ruhigen Strom aus der Presse durch das Doppelsieb und in den Eimer lief. Gemeinsam Honig Pressen ist offenbar ein sicheres Rezept für ein paar Stunden voll heiterer Gelassenheit.

Die Zutaten: Eine frisch aus der Layens-Beute geholte, vollständig verdeckelte, schwere Honigwabe, in zweifach handtellergroße Stücke geschnitten und in das Presstuch gelegt. Vorsichtig dosierte Kraftanwendung an der Kurbel. Geduld.

Am Ende waren es etwas mehr als 2 kg Honig. Schleudern wäre zweifellos effektiver gewesen. Aber Pressen ist kontemplativ, und der auf diese Weise gewonnene Honig ist besonders gehaltvoll und aromatisch.

Stader HonigpresseUnsere Honigpresse haben wir schon im Herbst generalüberholt. Jetzt kann sie sich wieder öffentlich sehen lassen. Anders als bei den heute handelsüblichen Obstpressen kommt der Honig in der Stader Presse nicht mit Stahl in Berührung. Anders als üblich verwenden wir auch keinen synthetischen Filterstoff. Solche Pressbeutel oder Tücher sind oft auch wegen der Gewebedichte problematisch: Gut für die Mosternte, aber nicht für Honig. Teuer außerdem, und nicht ewig haltbar. Wir haben uns aus dem befreundeten Ausland ein spezielles Honigpresstuch aus feinem, festem Leinen besorgt. Hervorragend: Das Doppelsieb unter dem Auslauf wäre gar nicht nötig gewesen. Nach der Benutzung wird der Wachsblock entnommen, das Tuch einfach in klarem Wasser ausgespült. Es sieht nach dem Trocknen wieder aus wie neu.

Auch der Imker sollte nach der Benutzung der Honigpresse mit klarem Wasser abgespült werden.

Am Samstag, 10. Juni 2017, lädt der Verein 2010 Königinnen für das Ruhrgebiet alle Interessierten zu seinem siebten Bienentag auf den Abshof in Düsseldorf ein.

Jacco van de Ree berichtet über „Bienenhaltung auf der Insel: Die schwarze Biene auf Texel“. Auf der Nordseeinsel Texel wird ausschließlich die dunkle europäische Biene (Apis mellifera mellifera) gehalten, zu ihrem Schutz ist die Einfuhr von Bienenvölkern vom Festland untersagt. Der Typus der dunklen Bienen von Texel unterscheidet sich deutlich von der mellifera mellifera in anderen Gegenden Europas. Jacco van de Ree erläutert uns die Besonderheiten und die Entwicklung der Bienenhaltung auf der Insel.

Torben Schiffer weiß „Neues vom Pseudoskorpion“. Der Bücherskorpion ist ein natürlich vorkommender Mitbewohner von Bienenbehausungen, dessen mögliche Bedeutung für eine bienenverträgliche und langfristig sinnvolle Bekämpfung der Varroa-Milbe Torben Schiffer seit Jahren wissenschaftlich untersucht.

Außerdem auf dem Programm: Eine Führung über den idyllischen Abshof, das vielleicht bemerkenswerteste private Naturschutzprojekt im Düsseldorfer Raum; die Besichtigung von Bienenvölkern in Baumstamm (Klotzbeute), Strohkörben und verschiedenen Trog- und Magazinbeuten; Honigernte mit der historischen Honigpresse.

Das Programm finden Sie hier. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung erbeten unter bienenmail@stadtbiene.de


Der gemeine Imker mag es nicht, wenn seine Bienen schwärmen, weil das die einzelnen Völker stark schrumpfen lässt und den Honigertrag deutlich mindert. Ich bin nicht gemein. Ich breche keine Weiselzellen und unternehme auch sonst nichts, um den Schwarmtrieb zu unterdrücken. Meine Bienen dürfen schwärmen, wie sie lustig sind.

Natürlich geht es nicht immer gut. Aus dem Rutenstülper ging der Vorschwarm schon am 12. April ab, ließ sich leicht einfangen, wollte aber nicht im Kasten bleiben und ist einer kalten und nassen Nacht zum Opfer gefallen.

Nach (links) und vor (rechts) dem Abgang des Schwarms

Das anhaltend schlechte Wetter hat dann weitere Schwärme erst einmal nicht zugelassen. Erst am 24. April kam der Nachschwarm. Dann wieder kühles, nasses Wetter. Seit Tagen schon wollte das Volk im Uddeler Korb schwärmen, doch erst am 30. April ging der Schwarm tatsächlich ab, unmittelbar nach dem zweiten Nachschwarm aus dem Rutenstülper. Ein dritter Nachschwarm fiel am 3. Mai. Weitere Schwärme werden wohl in den nächsten Tagen abgehen.

Wer solche Schwärmerei für übertrieben hält, hat recht: Es ist übertrieben anstrengend, den Biestern an steilen, rutschigen Böschungen ins Brombeergestrüpp hinterherzuklettern. Auf Dauer kann das für den Imker nicht gesund sein. Die Schwärme sollten sich unbedingt ins leicht erreichbare Flachland verlegen. Ansonsten ist dieser Gang der Dinge jedoch nur natürlich.

AlpentrogbeuteDraußen ist es nass und stürmisch, und der Karnevalismus steht kurz vor der Machtübernahme. Wahrhaftig genug Gründe, grantig zu werden. Das ist die richtige Zeit für ein tête-à-tête mit der Kreissäge.

Im Handel wird die altbewährte Alpentrogbeute leider schon länger nicht mehr angeboten. Letzte professionell gefertigte Exemplare sind 2016 noch einmal von der Schreinerei Stempfhuber in Schwindegg abverkauft worden. Jetzt bleibt nur noch der Eigenbau. Zur Not kann man auch die Normalmaß-Trogbeute von Bienen Ruck nehmen und die Bausperre entfernen, wenn man Rähmchen im bayrischen Hofmann-Maß verwenden will. Oder man lässt die Bausperre drin und imkert mit DNM-Rähmchen in Brutraum und Honigaufsatz.

Bayrisches Hofmann-Maß (hinten)Mir sind die Originalmaße mit den 35 mm höheren Hofmann-Rähmchen bei einer Trogbeute im Querbau schon im Blick auf die Überwinterung lieber. Außerdem sehe ich beim Deutschen Normalmaß eher die Gefahr, dass das Brutnest bis in den Honigaufsatz ausgedehnt wird, wenn kein Absperrgitter aufliegt. Ich fertige die Rähmchen aus 10 mm starken, 26 mm breiten, sägerauhen Leisten. Sie sind nicht gezinkt und der Oberträger ist nicht verstärkt. Hilfreich ist eine einfache, selbstgemachte Rähmchenlehre für den Zusammenbau. Im Honigaufsatz werden halbhohe Dickwabenrähmchen verwendet. Abgedeckt wird nicht mit Folie, sondern mit Brettchen, die im Bienenabstand von 7 mm über den Oberträgern aufliegen. Ich mag diese Brettchenwirtschaft, weil sie ein dosiertes Aufdecken und ruhigeres Arbeiten am Bienenvolk erlaubt.

Die Trogbeute ist aus 19 mm starken Dreischichtplatten gefertigt. Die Wandstärke beträgt ringsum 38 mm. Nur die Vorderfront ist mit Rauspundbrettern verkleidet, weil das einfach besser aussieht. Bei den Maßen habe ich mich an dem sehr nützlichen Buch „Leichter imkern mit Trogbeuten“ von Vinzenz Weber orientiert, dessen Maßangaben zu den Bauzeichnungen man allerdings nicht blind vertrauen darf. Auch entsprechen die Bauzeichnungen nicht immer dem Text und den Abbildungen.

Verzichtet habe ich auf den Wandervorraum und das obere Flugloch. Die Alpentrogbeute Nr. 1 wird ihren Platz dauerhaft in einem kleinen Freistand finden und nicht auf Wanderschaft gehen. Neben Nr. 1 sollen Nr. 2 und 3 Aufnahme finden. Die Kreissäge hat noch ordentlich zu tun.