Slowenisches BienenhausFür die AŽ-Bienenkästen, die wir uns im vergangenen Herbst aus Slowenien besorgt haben, musste natürlich auch noch ein ordentliches Bienenhaus her. Besser gesagt, eine nicht begehbare, von hinten zu öffnende Bienenhütte mit steilem, weit vorkragendem Dach, ganz nach traditionellem Vorbild. Dabei ist der Unterbau des Dachvorsprungs besonders wichtig, weil er die Luftzirkulation an der Flugfront beeinflusst.

Blätterstöcke werden in der Regel gestapelt. Die Hütte haben wir unseren vier Kästen nach diesem einfachen Aufstellungsprinzip sozusagen auf den Leib getischlert. Die Abshof-Schreinerei war also wieder mal monatelang kaum betretbar. Alles dauerte ein wenig länger als geplant. So waren die ersten Schwärme, die hier einlogiert werden sollten, schon gefallen, während in der Werkstatt immer noch an der einen oder anderen Vertracktheit herumgefeilt werden musste.

Endlich war die Konstruktion soweit fertig, dass sie wieder zerlegt und nach draußen geschafft werden konnte. Der Wiederaufbau ging dann rasch und unkompliziert vonstatten. Innerhalb der nächsten Tage wurden auch die mit Schwärmen besiedelten Kästen eingesetzt. Seither machen uns die Völker in diesem Teil Sloweniens viel Freude.

Wer uns jetzt nach einem Bauplan fragt: Gibt’s nicht, hatten wir auch nicht. Aber in diesen Schritten geht’s:

Slowenisches Bienenhaus, AZ hiveSlowenisches Bienenhaus, AZ hiveSlowenisches Bienenhaus, AZ hiveSlowenisches Bienenhaus, AZ hiveSlowenisches Bienenhaus, AZ hive

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KodderstockDer hässliche Name wird diesem Möbel sicher nicht gerecht. Kompliziert und etwas umstritten ist seine Familiengeschichte, ebenso einfach wie sinnreich seine Konstruktion. Der Kodderstock gehört in die Sippe der Tunnelstöcke und soll zur näheren Verwandtschaft der Klotzstülper zählen. In der Steiermark und angrenzenden Gegenden war er früher an den Bauernhöfen häufig zu sehen: Einzeln oder zu mehreren aufrecht unter einem Dachvorsprung an der Hauswand oder in einem eigenen Verschlag stehend, aber auch mehr oder weniger stark nach hinten geneigt. Der Zugang zur Bearbeitung und Honig- und Wachsernte erfolgte stets von vorne, ohne dass der Stock bewegt wurde.

Unser Kodderstock ist vorbildgetreu aus vier Brettern gefügt, wobei das Vorderbrett in drei Teile geteilt wurde. Nur das Mittelteil ist mit dem Korpus fest verbunden. Das obere Drittel, in dessen unteren Rand das Flugloch eingesägt wurde, wird durch eine Leiste und zwei Vorreiber gehalten und kann zur Bearbeitung entnommen werden. Der untere Teil der Vorderseite lässt sich seitlich herausnehmen. Der Schrägschnitt und die vorkragende Bodenleiste reichen aus, um das eingeschobene Brett zu sichern. Dach und Boden sind fest aufgenagelt, die Verbindung mit den Seitenteilen wird durch umlaufende Leisten verstärkt.

Ein nennenswertes Innenleben hat der Kodderstock nicht. Im oberen Drittel sind zur Stabilisierung des Wabenbaus hölzerne Speile eingeführt. An der Decke sollte man Wachsleitstreifen anbringen, um dem Wabenbau die Richtung vorzugeben. Um ein Verbauen und Verkitten des oberen Bearbeitungsbretts zu erschweren, sollte man seine Innenseite auf der ganzen Fläche mit einem Fett wie „Apigleit“ behandeln.

In der Steiermark und anderswo gibt es den Kodderstock längst nur noch als unbelebtes Museumsstück. Demnächst wollen wir erproben, ob das gute alte Stück an Rhein und Ruhr wieder von Bienen umschwärmt werden kann.

 

Schmeckt fast wie frisch gepresst, behauptete Herr Dittmeyer von Valensina damals im Werbespot und meinte damit seinen Orangensaft aus Fruchtkonzentrat. Hat der Onkel die kleine Tanja etwa angelogen?

Stader HonigpresseNein, sowas würde er doch niemals tun. Eine sofortige Geschmacksprobe räumt jeden Zweifel aus, und Tanja darf sich darüber belehren lassen, dass es am Anteil Spätapfelsinen liegt. Und das ist wohl der entscheidende Unterschied zwischen Orangensaft und Honig: Im Honig ist sehr, sehr wenig Spätapfelsine drin. So kommt es, dass frisch gepresster einfach unvergleichlich schmeckt.

Unsere Stader Honigpresse ist noch älter als die Werbung mit Onkel Dittmeyer. Mit einem Presstuch aus feinem, starkem Leinengewebe funktioniert sie hervorragend – sofern man reichlich Zeit hat und bei der Ausbeute weniger Wert auf Menge als auf Qualität legt. Eine volle Honigzarge aus der Alpentrogbeute – acht halbhohe Dickwabenrähmchen – ergab eine Ausbeute von etwas mehr als siebeneinhalb Kilo. An dieser Stelle werden Überzeugungs- und Gewohnheits-Schleuderimker nur ein mitleidiges Lächeln für uns übrig haben.

Aber sie haben unseren Presshonig nicht probiert. Die Besucher des Bienentags auf dem Abshof waren bei der Honigernte dabei und sofort überzeugt: Frisch gepresst – schmeckt einfach unvergleichlich!

Presshonig

Am 9. Juni ist es wieder soweit: Der Abshof im idyllischen Rotthäuser Bachtal öffnet seine Tore zum traditionellen Bienentag! Im Mittelpunkt des Programms steht diesmal ein Vortrag von Olaf Diestelhorst zur Situation der Wildbienen. Außerdem: Führung über die historische Hofstelle, Besichtigung der Bienenvölker im Baum, in Körben und in Kästen, Honigernte live mit der historischen Honigpresse aus der Lüneburger Heide. Alles weitere finden Sie hier.

AlpentrogbeuteAls ich im vergangenen Jahr mit den Alpentrogbeuten angefangen habe, hat mir ein alter, erfahrener Imker das Scheitern prophezeit: Die Rähmchen sind für eine Trogbeute viel zu niedrig, die Bienen können nicht genügend Vorräte über Kopf anlegen und werden den Winter keinesfalls überleben. Ich habe mich damals damit beruhigt, dass auch die Alpentrogbeute alt und erfahren ist: Seit mehr als einem Jahrhundert werden darin im Alpenvorland und in den Bergen Bienenvölker gehalten, oft an Standorten, die von den Imkern im Winter über lange Zeit gar nicht aufgesucht werden können. Wenn sie dort, unter wesentlich härteren Bedingungen als hier im Rheinland, nicht zuverlässig taugen würde, hätte sie ihre Bienenkastenlaufbahn längst als Brennholz beendet.

Tatsächlich haben alle drei Völker im Trogbeuten-Freistand diesen schwierigen Winter hervorragend überstanden: Sie haben nicht nur überlebt, sondern waren bei einsetzender Frühjahrstracht noch mit ausgesprochen reichlichen Vorräten versorgt. Offensichtlich war auch das „Nachrücken“ im Winter, also das Wechseln zur jeweils nächsten Futterwabe, über die im Querbau hängenden Rähmchen hinweg kein Problem. Am besten gefällt mir in dieser Hinsicht die Abdeckung mit Brettchen. Hier gibt es auch so gut wie keinen Wildbau im Zwischenraum. Aber auch eine Trogbeute, bei der die Folie direkt auf den Rähmchen aufliegt, ist problemlos. Hier sollte man allerdings die von den Bienen errichteten Wachsbrücken auf den Rähmchenoberträgern unbedingt stehen lassen und die aufliegenden Dämmplatten niemals fest aufdrücken.

Als tückisch hat sich der Naturwabenbau in diesen Beuten erwiesen: Der stärkste Schwarm des Vorjahres hat sein Wabenwerk trotz der Wachsleitstreifen zunächst einmal konsequent im Längsbau errichtet, also quer über die Rähmchen hinweg. Das konnte noch rechtzeitig korrigiert werden. Seither setze ich nur noch Rähmchen mit gekieltem Oberträger ein. Eine schlichte Dreiecksleiste erfüllt den Zweck. Trotzdem muss man höllisch aufpassen. Schon eine dezentrale Fluglochverengung kann dazu führen, dass an der einen Seite der Rähmchen die Wabenzellen dicker ausgezogen werden, was dann sehr schnell zu rähmchenübergreifenden Schwierigkeiten führt.

Nicht ideal sind im Winter auch die Abdeckfolien. Der unbenutzte Teil der Beute wird kalt, und hier läuft dann bei einsetzendem Brutgeschäft das Schwitzwasser ab. In den beiden mit Folie abgedeckten Beuten habe ich zwar glücklicherweise nur an den unteren Rändern der letzten Waben einen Anflug von Schimmel gefunden, aber sie waren regelrecht nass. In der Beute der Firma Ruck, die mit einer glatten, wasserabweisenden Bodenplatte ausgestattet ist, stand das Wasser regelrecht in Pfützen. Inzwischen sind alle Bienen wieder trockengelegt, doch hier wird im nächsten Winter ein Drei-Punkte-Plan greifen müssen: Andere Abdeckung, bessere Wärmeisolation des Trennschieds, keine Verengung des Fluglochs.

Kalt  und nass und vor allem sehr spät zu Ende war der Spätwinter in diesem Jahr, und für meine Bienen konnte ich kaum etwas tun. Dann aber ging es schlagartig los. Den Vorfrühling haben wir diesmal ausgelassen, und jetzt blüht der Löwenzahn. Jetzt ist es endlich auch an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Sie fällt sehr durchwachsen aus.

Drei Völker sind wiederholtem Vandalismus zum Opfer gefallen: Einmal war der Specht der Täter, zweimal der Mensch. Die mehr oder weniger massiven Störungen hatten offensichtlich erhöhten Futterverbrauch zur Folge, und am Ende hat es nicht gereicht. Verhungert ist auch ein Volk, das im Spätsommer durch eine verunglückte Ameisensäure-Behandlung stark gelitten hatte.

Buntgraskorb nach WabenbruchInsgesamt habe ich diesmal seit dem Herbst fünf Völker verloren, bei einem weiteren sieht es sehr bedenklich aus. Bleiben acht Völker.

Stark und vital ist das Volk im Buntgraskorb. Nach den ersten warmen Tagen war die Außenseite des Korbes plötzlich dicht mit Bienen bedeckt. Hier kündigte sich nicht etwa ein Frühschwarm, sondern das nächste Problem an: Die Bienen hatten den Wabenbau im letzten Jahr fast bis ans Bodenbrett herabgezogen und haben ihn jetzt fest angebaut. Was ich natürlich nicht ahnen konnte, weshalb beim ersten Versuch, den Korb zu stülpen und das Bodenbrett zu reinigen, der Wabenbau angerissen wurde. Einige Tage später ist er dann abgebrochen, und nun liegt er da. Inzwischen haben die Bienen offenbar nach ihren Vorstellungen wieder für Ordnung gesorgt, äußerlich hat sich die Situation normalisiert. Wie es in diesem Korb innerlich aussieht, will ich aber lieber gar nicht wissen. Derzeit scheint es dem Volk gut zu gehen. Ich lasse es nun so. Eingreifen kann ich hier dann allerdings nicht mehr, solange der Korb mit Bienen besetzt ist.

Für die Buchführung:

Nr. 11 (Beute: Klotzbeute, Standort: Abshof)
Fliegt äußerst schwach, aber immerhin Polleneintrag. Das starke Volk ist auf einen kleinen Rest zusammengeschmolzen, hatte offenbar zu wenig Vorräte. Versuche, mit Futter zu helfen, haben nur die Ameisen erfreut. Sehr fraglich.

Nr. 12 (Beute: Rutenstülper, Standort: Abshof)
Schon im Herbst erloschen. Sichtbares Problem: Kalkbrut.

Nr. 121 (Alpentrogbeute, Standort: Abshof)
Im April 2017 einlogierter Nachschwarm. Hat im Spätsommer offensichtlich durch die Ameisensäure-Behandlung gelitten, zum Ausgang des Winters noch fünf Rähmchen besetzt. Inzwischen eingeengt und wieder etwas erweitert. Vital.

Nr. 122 (Beute: Gerstung hoch, Standort: Abshof)
Im April 2017 einlogierter Nachschwarm. Stark und vital.

Nr. 123 (Alpentrogbeute, Standort: Abshof)
Im Mai 2017 einlogierter Nachschwarm. Stark und vital.

Nr. 13 (Beute: Uddeler Korb, Standort: Abshof)
An einem warmen Februartag ist dieses Volk noch lebhaft geflogen. Störungen durch den Specht hatten aber wohl erhöhten Futterverbrauch zur Folge. Jedenfalls haben die Vorräte schließlich nicht gereicht. 

Nr. 131 (Buntgraskorb, Standort: Abshof)
Im April 2017 einlogierter Vorschwarm. Stark und vital. Im März 2018 Wabenbruch.

Nr. 132 (Alpentrogbeute, Standort: Abshof)
Im Mai 2017 einlogierter Nachschwarm. Stark und vital.

Nr. 14 (Beute: Strohkorb, Standort: Abshof)
Stark und vital.

Nr. 141 (Beute: Gerstung hoch, Standort: Abshof)
Bei der Ameisensäure-Behandlung im Spätsommer durch eine Erschütterung des Bienenkastens starke Schädigung, auf weniger als die Hälfte der Volksstärke dezimiert. Im Spätwinter verhungert.

Nr. 2 (Beute: Deutsch Normal, Standort: Golfplatz Hubbelrath)
Nach wiederholtem Vandalismus eingegangen.

Nr. 21 (Beute: Deutsch Normal, Standort: Abshof)
Im März 2017 als Ableger gebildet. Auf nur fünf Rähmchen überwintert, vital.

Nr. 3 (Beute: Zander, Standort: Golfplatz Hubbelrath)
Nach wiederholtem Vandalismus eingegangen.

Nr. 62 (Beute: Layens, Standort: Abshof)
Stark und vital.

Blätterbeute Alberti-ŽnideršičWohl keine andere europäische Landschaft ist so sehr eine Welt der Imker und der Honigbienen wie das historische Land der Krain, die Heimat der Carnica-Biene. Nirgendwo gibt es, gemessen an der Einwohnerzahl, mehr Imker als in Slowenien. Neben der professionellen Imkerei sind es vor allem passionierte Liebhaber, die überall in kleinen, oft sehr malerischen Bienenhäusern ihre Völker pflegen.

Das Bienenhaus ist hier nach wie vor eine Selbstverständlichkeit, denn geimkert wird noch fast ausschließlich in Hinterbehandlungs-Beuten. Nur sehr selten sind auch Langstroth-Kästen anzutreffen. Ein schönes Bienenhaus ist der ganze Stolz dieser Imker, während auf große Honigerträge offenbar weniger Wert gelegt wird. Sie ließen sich in diesen Beuten, die in der Regel nur zwei Etagen mit jeweils zehn Rähmchen haben, auch kaum erzielen.

Es handelt sich bei diesen traditionellen Bienenkästen um sogenannte Blätterstöcke, wie sie auch in Deutschland lange Zeit recht weit verbreitet waren. Tatsächlich ist der slowenische Typus „AŽ“ eine Weiterentwicklung der deutschen Alberti-Blätterbeute durch Anton Žnideršič (1874-1947). Meine beiden Kästen kommen von der Firma Medom, doch es gibt auch viele andere Anbieter, oft kleine Werkstätten, die „AŽ„-Kästen handwerklich äußerst sorgfältig und exakt nach den normierten Plänen herstellen.

Die Ausführung in bester Schreinerqualität ist ebenso beeindruckend wie die ausgeklügelte, sinnreiche Ausstattung. Im Bild (oben) sind im Oberkrainer die beiden Fenster entfernt. Die Ober- und Unterseiten der Rähmchen sind ausgekehlt, wodurch die Gefahr, dass beim Herausziehen und Zurückschieben über die Querstäbe Bienen zu Schaden kommen, minimiert ist. Der Unterkrainer ist mit eingesetzten Fenstern zu sehen. Die Fenster haben auswechselbare und umsetzbare Einsätze: Das obere lässt sich auch als Baurahmen (quer) verwenden, das untere ist mit einer Futtertasche ausgestattet, die ohne Bienenkontakt befüllt werden kann.

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